Firmengründung

Wer nicht mehr unter einem Chef arbeiten möchte oder wer bereits arbeitslos geworden ist, für den kommt die eigene Firmengründung eventuell in Frage. Hier muss unterschieden werden, welche Art der Tätigkeit ausgeübt werden soll. Ist es eine freiberufliche oder eine selbstständige Tätigkeit? Als Freiberufler ist es besonders einfach, das eigene Unternehmen zu gründen. Wer als Texter, Grafiker oder Lektor arbeiten will, muss sich nur beim Finanzamt anmelden. Hier wird ein entsprechendes Formular ausgefüllt, in dem die Art der Tätigkeit beschrieben werden muss. Es gibt dabei die so genannten Katalogberufe, die von Vornherein als freie Berufe gelistet sind. Dann kommen noch die katalogähnlichen Berufe hinzu, bei denen eine Begründung für die Freiberuflichkeit vonnöten ist. Letzten Endes schätzt das Finanzamt ein, ob es sich um eine freiberufliche oder eine selbstständige Tätigkeit handelt. Bei Unklarheiten oder einer doppelten Tätigkeit (ein Texter schreibt nicht nur Auftragstexte, sondern übernimmt auch reine Tipparbeiten, was keine freiberufliche Tätigkeit ist) wird in der Regel eine Einstufung als Selbstständiger vorgenommen.

Wer selbstständig tätig sein will und sein Unternehmen gründet, muss sich nicht nur beim Finanzamt melden, sondern auch beim Gewerbeamt. Es gilt aber, einige Dinge zu beachten. So kann nicht jeder ein eigenes Unternehmen eröffnen, teilweise ist eine bestimmte Qualifizierung (Abschluss als Meister in Handwerksberufen) vorgeschrieben. Möglich ist auch, dass das Finanzamt das Gewerbeamt direkt verständigt. Nach der Anmeldung sind dann die Gewerbesteuern zu entrichten. Unterschieden werden muss, ob die neue Firma der Kleinunternehmerreglung (Gewinn im ersten Jahr unter 17.500 Euro, im Jahr darauf nicht höher als 50.000 Euro) unterliegt oder nicht. Ist das der Fall, so darf die Umsatzsteuer nicht auf der Rechnung an den Kunden ausgewiesen werden. Umgekehrt darf aber auch keine Vorsteuer abgezogen werden. Ob sich das im Einzelfall rechnet oder nicht, muss jeder Existenzgründer selbst entscheiden. Eventuell sollte ein Steuerberater zu Rate gezogen werden.